Aus dem Leitblick Blog:
Frank Otto 6. Februar 2013
Kategorien: MarketingTechnikTrends

Big Data – Der neue Trend?

Ein schicker Name, eine neues Buzzword und schon kann ein neues Beratungsprodukt verkauft werden, oder? Trifft dies auch auf Big Data zu? Handelt es sich um einen kurzfristigen Hype oder um eine langfristige erfolgsversprechende Perspektive? In der Presse wird von ‚Datengold‘ oder ‚Megatrend Daten‘ gesprochen. Erfüllt Big Data diese Superlative?

„Big Data“ heißt übersetzt schlicht „Große Daten“ oder „Umfangreiche Daten“. Das digitale Zeitalter produziert eine Unmenge von Informationen aus verschiedensten Quellen mit unterschiedlichsten Inhalten die auf Datenträgern gespeichert werden. Einigen Daten werden wieder gelöscht, doch der Großteil bleibt -zum großen Teil sogar redundant- erhalten. Jeder weiß zwischenzeitlich, dass das Surfen im Internet Spuren hinterlässt, das viele Daten bei Einkaufsportalen gespeichert sind, soziale Netzwerke Auskunft über Interessen und Freundeskreise geben oder Mobiltelefone Geoinformationen aufzeichnen und dadurch geortet werden können. Viele andere Faktoren können in diese Datenflut gemischt werden: Schulferien, Gezeiten, Wetterdaten, Regenwahrscheinlichkeit, Mondphasen oder gar die Einschaltquoten von Fernsehsendern. Nun lassen sich natürlich nicht alle Daten sinnstiftend miteinander verknüpfen, doch theoretisch wäre dies natürlich möglich. Doch die Zugriffsraten auf eine Buchungsplattform, verknüpft mit den Daten des Energieverbrauchs von Wanne-Eickel, ergeben sicherlich keine verwertbaren Erkenntnisse.

Jedoch eröffnet sich durch die vielfältigen Möglichkeiten von Big Data für viele Fragestellungen ein ganz neuer Horizont, der ein wenig an einen metaphysischen Ansatz und das Kausalitätsprinzip erinnert, denn Big Data liefert mit den entsprechenden Abfragewerkzeugen interpretierbare oder belastbare Informationen in einem neuen Zusammenhang.

Hierbei gibt es zwei grundsätzlich unterschiedliche Ansätze:

1. Die Auswertung von Echtzeit-Datenströmen
Die Auswertung von Echtzeit-Datenströmen findet seine Anwendung bei vielen täglichen Verrichtungen. So werden Mobilfunkdaten ausgewertet um den Nutzer an die nächste Zelle weiter zu reichen, Energieströme werden gesteuert, Banktransaktionen werden ausgewertet um Unregelmäßigkeiten zu erkennen oder Fahrzeuge (Autos, Flugzeuge, Schiffe) senden Daten zur Kontrolle und Wartung an eine Zentrale.

2. Die Auswertung von Bestandsdaten
Die systematische Auswertung und Analyse von Bestandsdaten ist sicherlich keine neue Erfindung, sondern hat mit Big Data einen neuen Namen bekommen. In der Zukunft wird die Auswertung von Datenbeständen eine immer größere Rolle in den verschiedensten Bereichen spielen. Intelligente Abfragen in Datenbanken fördern erstaunliche Erkenntnisse zu Tage. So lassen sich etwa durch eine Abfrage mit Geoinformationssystemen in einer Reiseveranstalterdatenbank die Kunden clustern, so dass Werbemaßnahmen perfekt in geographische Bereiche ausgesteuert werden können. Das ist eine Teildisziplin des Geomarketing. Ebenso könnte man mit Geomarketing Bestandsdaten mit soziodemographischen Daten verknüpfen, so dass sich eine Aussage über Wohnquartier oder Einkommen der Kunden treffen lässt. Einkommensstarke Haushalte filtern? Ethnische Gruppen ansprechen? Werbemaßnahmen optimieren? Filialnetz planen? Mit Geomarketing kein Thema. Gerade die Auswertung mit Geoinformationssystemen (kurz auch GIS) bietet interessante Einblicke in Strukturen und Zusammenhänge von Daten, die sich georeferenzieren lassen.

Allerdings gibt es einen Spielverderber in dem System, der sich Datenschutz nennt. Die Datenschutzverordnung soll die Bürger schützen. Sensible persönliche Daten sollen nicht zum Allgemeingut werden.

Es stellt sich auch die berechtigte Frage, ob der Bürger nicht an seinen Daten mitverdienen sollte. Ist es rechtmäßig, wenn Kommunen Daten verkaufen ohne dass der Dateninhaber daran partizipiert? Sollte die Nutzung von Informationen aus Facebook den „Datenzurverfügungstellern“ nicht vergütet werden? Gilt amerikanisches Datenschutz- und/oder Urheberrecht automatisch auch für einen Nutzer in Deutschland? Können Internetportale Bilder von Nutzern vermarkten, obwohl diese dem Urheberrecht unterliegen? Aus der Nutzung von Daten ergeben sich immer wieder sehr interessante und komplexe Fragestellungen. Die Nutzung und Verwertung von Daten sollte also immer auch vor dem rechtlichen Hintergrund gesehen werden.

Fazit

Für alle Bereiche der Wirtschaft eröffnet die Auswertung von Daten enorme Potentiale für Neukunden oder die Pflege von Bestandskunden. Schlüssel zum Erfolg sind die Fragestellungen und die Interpretation der Daten. Das ist alles nicht neu, aber die Dimension wird durch Big Data sehr gut beschrieben.

Sie haben Fragen zu Big Data oder die rechtlich korrekte Nutzung Ihrer Kundendaten? Sie möchten Adressbestände auswerten um Potentiale zu analysieren? Gerne unterstützen wir Sie bei dem Heben Ihrer Datenschätze.

Frank Otto bei Google+

Hinterlasse eine Antwort