Aus dem Leitblick Blog:
Frank Otto 10. Januar 2013

Gesundheitstourismus versus Wellnessurlaub

In der Ausrichtung touristischer Angebote bemühen sich viele Anbieter um den Milliardenmarkt des Gesundheitstourismus. Die Aktivitäten verteilen sich über die gesamte Bandbreite zum Wohle des Menschen: Von der Klangschalentherapie über Rückenprävention bis zur aufwändigen plastischen Chirurgie. Die Übergänge von medizinisch indizierten Maßnahmen zur Wellness sind hierbei oftmals fließend.

Sicherlich ist der Gesundheitsmarkt ein Milliardenmarkt. Aber eher für Krankenkassen und Pharmaunternehmen. In längst vergangenen Zeiten der verordneten und verschriebenen Kur war der Rehabilitations- und Präventionsmarkt sicherlich auch ein Milliardenmarkt, da er ein gut funktionierendes Dreiecksmodell zwischen Leistungsempfänger, Leistungserbringer und Kostenübernehmer dargestellt hat. Doch die „Kur“ wird nur noch bezuschusst, Präventionsmaßnahmen sind Bonussysteme der Krankenversicherungen und die Anschlussheilbehandlung wird nur in einem sehr eng gefassten Rahmen für den Genesenden ermöglicht.

Bleibt der Selbstzahler. Menschen, die bereit sind für umfassende medizinisch-therapeutische Leistungen oder auch Wellness aus eigener Tasche zu zahlen. Doch ist das ein Milliardenmarkt? Sicherlich nicht. In begrenztem Umfang sind präventive Maßnahmen zum Erhalt der eigenen Gesundheit jedem möglich. Eine mehrwöchige und jährliche Auszeit im Dienste der Gesundheit, die schnell einen fünfstelligen Betrag kosten kann, wird der Masse der Menschen in unserem Land aus Zeit- und Geldgründen nicht möglich sein. Das kleine Wellnessprogramm in einem verlängerten Wochenende schon eher.

Aktuell findet Google den Begriff „wellness“ etwa 428.000 mal. „medizinisch-therapeutisch“ etwa 516.000 mal und „kur“ 178.000 mal. Aber „gesundheitliche prävention“ wird 708.000 mal gefunden.

Sucht man nach den Schlagwörtern „wellnessurlaub“ (3.270.000 Treffer) und „gesundheitstourismus“ (307.000 Treffer), dann erschließt sich das typische Problem der Anbieterseite, denn „Wellness“ impliziert Wohlfühlen, sanfte Massagen, etwas für sich selber tun, eine Auszeit nehmen usw. Das Wort „Gesundheitstourismus“ beinhaltet auch immer irgendwie das Wort „Krankheit“. Denn nur wer krank ist, kann gesund werden. Ein Dilemma, denn tatsächlich möchten gerade spezialisierte Kliniken oder Hotels sowie Kur- und Heilbäder maßgeschneiderte und fundierte medizinisch-therapeutische (Präventions-)Maßnahmen anbieten, ohne allerdings den Eindruck einer Rehabilitationsklinik zu erwecken.

Interessanterweise führt die Suche nach „Gesundheitstourismus“ in Wikipedia direkt auf „Medizintourismus“. Der Gesundheitstourismus findet dort nicht statt. Es findet sich dort eine kurze Definition des Begriffes Gesundheit der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die zur Bestimmung der medizinisch-therapeutischen Merkmale des eigenen Standortes hilfreich sein kann: „Gesundheit ist der Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.“

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