Aus dem Leitblick Blog:
Carolin Wiedemeyer 14. November 2012
Kategorien: Leitblick InsideMarketing

Bürgerkommunikation jenseits der amtlichen Bekanntmachung

Egal ob es um Bauvorhaben, Restrukturierungsmaßnahmen, Sanierung und Attraktivitätssteigerung von Innenstädten  oder sonstige kommunale Belange geht – jahrzehntelang wurde der Pflicht zur Information der Bürger via amtlicher Bekanntmachung genüge getan. Bürgerbeteiligung fand zumeist in Sitzungssälen statt und dies auf Einladung unter Fristwahrung – ebenfalls via amtlicher Bekanntmachung.

 Amtliche Bekanntmachungen werden nicht wahrgenommen

Nun haben amtliche Bekanntmachungen den Charme von altbackenem Toast und sind überdies für „Otto- und Anna-Normalbürger“ eher schwer verständlich, da in fließendem Amtsdeutsch verfasst. Außerdem versteckt sich die amtliche Bekanntmachung gerne in den Stadtzeitungen und Wochenblättern an eher unzugänglichen unauffälligen Stellen – meist ohne Bilder oder sonstige Bonbons fürs Auge. „Otto- und Anna-Normalbürger“ nehmen die amtliche Bekanntmachung also oftmals nicht wahr –wohl aber der immer aufmerksame Unzufriedene von nebenan. Der wartet nämlich nur auf eine Gelegenheit, mal wieder mit einem Leserbrief zu punkten oder Nachbarn und Freunde per Mundpropaganda „aufzuklären“ – und schon wird aus dem schönsten Projekt ein Alptraum!

Bürgerkommunikation hilft

Doch spätestens seit Stuttgart21 ist es offensichtlich, dass in Zeiten von enger Vernetzung und permanenter globaler Kommunikation, Social Media und Co. mit der bisherigen Form der Bürgerinformation und Bürgerbeteiligung kein Staat mehr zu machen ist. Immer mehr Kommunen lassen sich von Profis beraten, wenn es um Kommunikation mit ihren Bürgern geht. So können Kommunen ihre Projekte ins rechte Licht rücken und „Otto- und Anna-Normalbürger“ wissen von Anfang an, worum es geht, verstehen Zusammenhänge besser und engagieren sich auch stärker. „Jeden da abholen wo er steht“ lautet das Motto und konstruktive Kritik in der Planungshpase ist deutlich hilfreicher, als „Wutbürger“ an der Baustelle.

Projekt in Lünen

Leitblick hat mit Verantwortlichen der Stadt Lünen ein ganzheitliches Konzept zur Bürgerinformation und -beteiligung entwickelt. Ein wichtiger Bestandteil davon ist die Stadtteilzeitung „Gahmen aktuell“, die im 2-monatigen Rhythmus an alle Haushalte verteilt wird, um die  Menschen in Gahmen über alle Projekte im Zusammenhang mit dem Programm „Soziale Stadt“ zu informieren. Schon die erste Ausgabe von Gahmen aktuell fand bei allen Beteiligten und vor allem den Gahmenern großen Anklang – so kann’s auch gehen!

Neugierig? Hier gibt’s die Stadtteilzeitung zum Blättern.

 

(Anmerkung der Autorin: In diesem Artikel habe ich bewusst auf die Verwendung weiblicher Formen verzichtet – ich weiß, das ist formal nicht korrekt und politisch schon gar nicht. Aber ich finde nun einmal, dass „Bürgerinnen und Bürger“, „Einwohnerinnen und Einwohner“ und „Wutbürgerinnen und Wutbürger“ usw. den Lesefluss ganz erheblich stören. Außerdem ist für mich Emanzipation dann erreicht, wenn sich bei dem Wort Bürger weibliche Bürger ebenso angesprochen fühlen wie männliche…. also bitte ich um Verzeihung – gelobe aber keine Besserung. Dasselbe  gilt für die staatsrechtlich inkorrekte Verwendung des Begriffs „Bürger“ – ich verwende Bürger hier im weiteren Sinne als Bezeichnung für alle Menschen einer Stadt unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit oder Nationalität.)

Carolin Wiedemeyer bei Google+

Hinterlasse eine Antwort