Aus dem Leitblick Blog:
Frank Mies 25. September 2012
Kategorien: TechnikTrends

Zukunft des Fernsehens

Vor einigen Tagen ist in Berlin die Internationale Funkausstellung (IFA) zu Ende gegangen. Die Präsentation der Hersteller zeigt aus meiner Sicht ganz deutlich, sie sind angstgetrieben vom Markt überrollt zu werden. Bei allen ist die Erkenntnis angekommen, dass die Zukunft des Fernsehens wohl nicht aus linearem Programm der klassischen Form bestehen wird. Die Hersteller reagieren darauf mit Ansätzen des interaktiven Fernsehens. Vielfach Smart-TV genannt.

Doch wenn man ehrlich ist: Die meisten Käufer aktueller Fernseher wissen entweder gar nicht um die interaktiven Funktionen ihres Gerätes oder ignorieren diese beharrlich. Die neue interaktive TV-Zeit findet wenn auf dem heimischen Computer statt.

Ein wenig erinnert mich das an das mobile Internet. Über Jahre wurden Handys mit WAP u.ä. nicht genutzten Features ausgestattet und Jahr für Jahr wurde uns der Durchbruch des mobilen Internets prophezeit. Er begann dann 2007 als Apple das iPhone auf den Markt brachte und mit ihm kurzerhand den gesamten Handymarkt revolutionierte. 2012 ist der damalige Marktführer Nokia von Apple, Samsung & Co aus dem lukrativen Markt der Smartphones quasi verdrängt worden.

Mein Eindruck ist: Der TV-Branche droht ähnliches. Das schlüssige Konzept für den Fernsehen von morgen fehlt. Sobald ein Konzern es schafft dies zu lösen, wird der Markt komplett durcheinander gewürfelt. Wir können gespannt sein.

Erste Trends was interaktives Fernsehen bedeuten wird, sind zumindest schon erkennbar:

Apps: Analog zu Smartphone und Tablett wird das Thema Apps eine große Rolle spielen. Jeder kann jede App auf sein Gerät bekommen. In jeder App stecken andere Inhalte. Die ‚großen‘ der Branche müssen sich zukünftig mit vielen kleinen und unabhängigen Programmanbietern messen. Die Auswahl an Nischen-Programmen wird steigen. Für Werbetreibende wird Zielgruppen-Targeting deutlich diversifizierter funktionieren.

Nichtlineares Programm: Starre Sendeschemas werden vorbei sein. Fernsehen lernt von YouTube. Jeder kann sein TV-Programm jederzeit nach seinen Wünschen gestalten. Er kann es pausieren und zu jeder Zeit wieder fortsetzen. Auch hier finden sich neue Herausforderungen für die Werbebranche. Zukünftig muss die Zielgruppe nach Sendung und nicht mehr nach Sendezeit bestimmt werden.

Sprach- und Gestensteuerung: Mit Apples Siri und Microsofts Kinect deutet sich an, dass die Fernsteuerung uns bald verlassen wird. Zukünftig werden wir mit dem Fernseher über Sprache und Geste interagieren. Doch neben dem Ersatz der Fernsteuerung deutet sich auch hier an, dass zukünftig interaktive Sendungen entstehen mit denen wir via Sprache und Geste interagieren. Für die Werbung: Interaktive Spots werden dann sicher auch kommen.

Kurzum: Das Fernsehen steht kurz davor komplett neu erfunden zu werden. Fehlt nur noch jemand der es in die Hand nimmt…
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