Aus dem Leitblick Blog:
Laura Sophie Meinekat 20. Juni 2014

Spezies Stadtportal

2062 Städte gibt es in Deutschland (Stand Januar 2014). Gezählt wurden verwaltungsrechtlich selbstständige Gemeinden, welche das Stadtrecht besitzen. Mit der Annahme, dass inzwischen fast jede Stadt online repräsentiert wird, ergibt sich also eine Vielzahl von Portalen. Eine ideale Möglichkeit, die Stadt als intangibles Serviceprodukt zu präsentieren und zu vermarkten. So weit die Theorie!

Quo vadis, Stadtportal?

Stadtdschungel erfährt online eine Renaissance – noch nie war der Begriff so zutreffend. Kämpft man sich durch die ersten städtischen Suchergebnisse, muss mit allem gerechnet werden. Die Bandbreite des ersten Eindrucks reicht von textlastig durch eine Flut öffentlicher Bekanntmachungen,  hin zu hektisch blinkenden Veranstaltungsteasern bis zu einem kunterbunten Werbekarussell mit Bannern und selbst vor der Verwendung von Pop-ups wird nicht zurückgeschreckt. Die Detailseiten meinen es zumeist gut hinsichtlich der Informationsfülle – wobei hier „gut gemeint“ oftmals als Antonym von gut verstanden werden darf.

Pauschal gesprochen: die Onlinepräsenz der meisten Städte ist nicht mehr zeitgemäß. Eine solche Aussage ist leicht getroffen – impliziert jedoch viele Handlungen und Herausforderungen, betrachtet man Kunden und Kontext.

Der Kunde ist König – im Stadtmarketing gibt es gleich mehrere Regenten. Bürger und Touristen bilden mit verschiedenen Fokussen das Gros der Zielgruppe. Auch innerhalb der Leistungsträger einer Destination, sind unterschiedliche Interessensgruppen festzustellen. Weitere grundlegende Fragen: Buchungsmöglichkeiten integrieren oder auf die Seiten der Anbieter verlinken? Wer übernimmt die Pflege der Daten und sorgt für die so elementare Aktualität? Die Finanzierung komplett außer Acht gelassen.

So weit, so gut!

Die Verbesserungsvorschläge für städtische Webseiten klingen eigentlich eher bescheiden. Ein übersichtlicher Auftritt – geordnete Informationen verpackt mit attraktivem Bildmaterial. Den Kunden nicht mit Masse malträtieren, sondern aufgeräumt und ansprechend eine Auswahl ermöglichen.

Genau in diese Richtung geht der Ansatz des neuen Stadtportals von Bad Neuenahr-Ahrweiler. Das Projekt wurde von der shapefruit AG, dem Mutterunternehmen der Leitblick GmbH, realisiert.

Dennoch: der Grundgedanke ist das, was eigentlich schon heute selbstverständlich sein sollte. Ein integratives Portal, welches die Stadt als Destination und Heimatort ganzheitlich und attraktiv präsentiert. Es wird sogar noch einen Schritt weiter gedacht: Filter und Verlinkungen sowie interne Suchfunktion sollen mithilfe künstlicher Intelligenz versehen werden. Dies bedeutet Kundenservice mit echtem Mehrwert.

Stadtportal Bad Neuenahr-Ahrweiler

Umsetzung und Pflege werden von der shapefruit AG übernommen. Jedes Unternehmen kann sich eintragen und die eigenen Daten aktualisieren (lassen). Finanziert wird das Portal bisher von der Stadt und Zusammenschlüssen des Einzelhandels, weitere Sponsoren wünschenswert.

Die Frage ist, wie lange es dauert, bis die Mehrheit der deutschen Städte auf diesem Stand ist und welche Ansprüche dann erhoben werden. Stadtportale – eine Großbaustelle mit „always beta“ Charakter.

 

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