Aus dem Leitblick Blog:
Stephan Glöckner 12. Juni 2014

Touristische Markenbildung und regionale Verankerung

Der Mensch hat seit jeher die Sehnsucht im Blut. Das Fernweh, welches ihn in die Welt treibt, brannte bereits in unseren frühesten Vorfahren, sonst hätten sie sich vielleicht nie von Afrika aus auf den Weg zu anderen Kontinenten gemacht, auch wenn klimatische Umstände sie zum Teil zwangen. Selbst heute versuchen wir dem Klima zu entfliehen. Dem Regen, der Kälte, unserem routinierten Arbeitsklima, der grauen Langeweile oder dem hohen Druck.

Tourismus ist nicht nur zu einem riesigen Wirtschaftszweig avanciert, sondern bildet ein Massenphänomen, das innerhalb einer Generation geradezu explodiert ist. Umso wichtiger ist heute klare Positionierung und Markenbildung einer Destination im Wettbewerb der schier unendlich vielfältigen internationalen Angebote.

Viele haben es leicht; sie locken mit türkisfarbenem Meer, weißen Stränden und einem Füllhorn exotisch-süßer Früchte. Andere mit frischer Bergluft, zünftiger Gastronomie und pittoresken Landschaften. Aber was ist mit denen, die mittendrin liegen. Neben Autobahnen, Strommasten und Windrädern. Deren Hügel weder hoch, noch Seen spektakulär sind. Und deren touristisches Angebot sich auf wenige fast verirrte Besucher beschränkt, etwas, was es ’schon immer‘ gab. Ihnen kann geholfen werden. Sofern sie die Leidenschaft zur Entwicklung spüren.

Das Schieferland rund um die Verbandsgemeinde Kaiserreich in der südlichen Eifel ist solch ein Fall. Damit wir uns richtig verstehen, die Region ist durchaus attraktiv, ursprünglich und aussichtsreich. Aber durch ihre Umsäumung eingeführter Erfolgsziele wie Cochem, Koblenz, der Vulkaneifel und vor allem dem Nürburgring, hat man sich an das Abschöpfen von eher zufälligen Tagestouristen gewöhnt. Da geht wesentlich mehr.

Der Name ‚Schieferland‘ ist zudem nicht neu. Bereits andere Regionen, reich an diesem schwarzen Gestein, haben sich damit geschmückt. Also musste der Name einen Zusatz, einen Claim bekommen, der die Region klar identifiziert. Im Falle Kaisersesch lautet der Slogan ‚Wo das Herz der Eifel schlägt‘. Damit ist auch emotional einigermaßen eingegrenzt, wo man sich befindet. Der Zusatz ‚Kaisersesch‘ ist jedoch auch weiterhin mitzuführen.

140109_schieferland_logo

Das neue Corporate Identity, welches entwickelt wurde, beinhaltete neben den typischen Elementen für Print und Web einen Strategie-Workshop für Funktionäre und Gastronomen, um eine maximale Identifikation und gemeinsame Energie der künftig Beteiligten zu entfalten. Hier konnte man die regionalen Stärken und Spezialisierungen herausarbeiten, was auch für die Agentur immens wichtig war. Dies spiegelte sich schlussendlich in der Farb- und Formenwelt des CI wieder. Denn diese soll ja von den touristischen Anbietern aus Überzeugung vertreten und gelebt werden. Die Marke kann dann optimal erlernt werden, wenn sie sich rapportartig auf vielen Elementen, wie Wanderschildern,  Souvenir-Devotionalien oder gastronomischen Artikeln wieder findet.

Darüber hinaus wurde eine animative Übersichtskarte von Hand illustriert, die als Poster, Postkarte und im Internet das Gefühl von einheitlicher Region vermittelt. Sie zeigt alle wichtigen Stationen und Sehenswürdigkeiten ohne den Anspruch an topografische Genauigkeit. Sie verweist aber auch auf die attraktive Nachbarschaft, von der man sich keinesfalls abgrenzen möchte.

schieferland-karte

Im Gegenteil: das Schieferland soll nach wie vor vom Erfolg der gesamten Eifelregion profitieren mit dem langfristigen Ziel einer engen Zusammenarbeit mit ausgewählten benachbarten Verbandsgemeinden. Daran wird heute bereits intensiv gefeilt.

 Im Zeitalter der Massenreisen rund um den Globus besinnen sich viele Urlauber wieder auf Nähe, Schlichtheit und ursprüngliche Erholung: Wandern, Reiten, Radfahren sind beliebt wie lange nicht mehr. Da liegen Regionen wie das Schieferland voll im Trend und mit ein bisschen Kreativität und Beharrlichkeit können die Menschen hier mit viel Spaß und Stolz ein Juwel für Besucher entwickeln. Dabei begleiten wir sie als Agentur gerne und langfristig.

 

 

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