Aus dem Leitblick Blog:
Carolin Wiedemeyer 9. Mai 2014
Kategorien: AllgemeinMarketingTrends

Die Gretchenfrage im Marketing: Klassisch oder Online?

Gibt man bei Google als Stichwort „Trends im Marketing“ ein erhält man unzählige Ergebnisse, die alle eins gemeinsam haben:

Es geht um Online Marketing. Egal ob Targeting, Realtime-Bidding, Content Marketing, Multiscreen-Campaigning oder Branded Storytelling etc. – alles digital, alles online.

Wo sind die Radiospots, die AD’s, die Advertorials, die Flyer und Broschüren, Postkarten und Mailings? Nicht mehr zeitgemäß, nicht mehr zielführend?

Viele „Marketingexperten“ sagen tatsächlich schon seit längerem das Ende der klassischen Marketinginstrumente voraus – aber irgendwie scheinen sie nicht verschwinden zu wollen.

Vielleicht hilft es noch einmal ganz vorne anzufangen, mit der Frage: Worum geht es denn eigentlich beim Marketing? Grundsätzlich geht es um die planmäßige Ausrichtung eines Unternehmens an den Bedürfnissen des Marktes. Zu abstrakt?

OK, es geht darum, den Kunden mit seinen Wünschen und Bedürfnissen in den Mittelpunkt zu stellen. Allerdings geht es hier nicht mehr nur um die Befriedigung von Bedürfnissen oder Erfüllung von Wünschen – darüber  sind wir in der heutigen Überflussgesellschaft längst hinaus, es gibt viele Mitbewerber, Produkte und Dienstleistungen sind selten wirklich unique. Heute gilt es einen Mehrwert für den Kunden zu schaffen, relevant zu sein für die Verbraucher und zwar mehr oder weniger nah am eigentlichen Produkt.

Die eigene Leistung mit einem Zusatznutzen zu verknüpfen lautet die Maxime, seien es Informationen, Amüsement, Entertainment, Hilfestellungen oder schlicht schönes –

„Marketing sollte so hilfreich sein, dass Menschen sogar bereit wären, dafür zu bezahlen.“  Postuliert gar Jay Baer („Youtility“) – eine Unterscheidung zwischen analog und digital trifft er nicht.

Wenn Marketing, egal ob online oder klassisch,  keine Relevanz für die Menschen hat, dann fruchtet es nicht, denn die Rezipienten nutzen, adaptieren und verbreiten nur die Inhalte, die sie als relevant empfinden. Und die Menschen können, auch dank Facebook, Google und Co., oft blitzschnell zwischen wichtig und unwichtig unterscheiden. Veränderung tut Not!

Wie gewinnt aber ein Produkt, eine Dienstleistung an Relevanz?

Glaubwürdigkeit und Offenheit sind die Schlüsselbegriffe. Um wirklich einen Unterschied zu machen sollten Unternehmen Inhalte und Wissen teilen, ihre Kommunikation mit nützlichen, wertvollen oder unterhaltenden Inhalten anreichern und im besten Fall die Unternehmenshaltung im Marketing deutlich werden lassen, also Stellung beziehen.

Über welche Kanäle die Inhalte nun zu der jeweiligen Zielgruppe gelangen, bestimmt letztlich die Zielgruppe selbst. Je nachdem, welchem Zweck die Inhalte dienen und welche Medien die Rezipienten in dem Moment in dem die Informationen für sie interessant sind nutzen, bestimmt darüber, wie sie verbreitet werden. Nicht nur das „Was“ entscheidet, sondern eben auch das „Wann“ und „Wo“! Zu den klassischen Kommunikationskanälen haben sich mit digitalen Technologien ganz selbstverständlich virtuelle Räume entwickelt. Mobile Endgeräte ermöglichen Kommunikation immer, überall und in alle Richtungen.

Trotzdem, es bleibt dabei: Holen wir den Kunden da ab, wo er ist! Es gibt einfach nur mehrere „Haltestellen“.

Mein Fazit:

Die Gretchenfrage ist eigentlich gar keine! Wir müssen uns im Marketing nicht per se zwischen Online und Klassisch entscheiden – mehr noch: wir sollten uns nicht entscheiden! Die Mischung macht’s!

Nach wie vor sind genaue Marktkenntnis, differenzierte Zielgruppensegmentierung und –analyse, eine gute strategische Ausrichtung und gute Ideen in der Umsetzung die Voraussetzung für effektives Marketing.

Welche Kanäle man nutzt und miteinander kombiniert, hängt davon ab, wo und in welchen Situationen die Menschen den Mehrwert, den wir Ihnen bieten, auch gebrauchen können und wollen. Je mehr Berührungspunkte wir mit unseren Zielgruppen haben, desto besser. Und diese oft zitierten „Touchpoints“ dürfen gerne auch wörtlich genommen werden!

 

Carolin Wiedemeyer bei Google+

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